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Forsttechnik Soergel
Stahlharte Männer Tag und Nacht einsatzbereit

Die Mitarbeiter von Martin Soergel arbeiten meist im Verborgenen, mitten im Wald. Sie trotzen Wind, Regen und Kälte. Was sie gemeinsam geschaffen haben, darüber zog der Firmenchef zum Jahrestag des Betriebes vor großer Gästeschar Bilanz.

Berthold Janke, Marcel Rose, Olaf Stutz und Dennis Scheibe sind die stahlharten Männer des Soergel-Teams.

Schlips und Kragen sind eigentlich nicht sein Ding. In Forstkluft fühlt sich der Templiner Martin Soergel am wohlsten, wie er bekennt. Denn der Wald ist für den gelernten Kfz-Mechaniker und Handwerksmeister fast wie ein zweites Zuhause. Doch der 20. Jahrestag der Gründung der Firma Soergel Forsttechnik war Anlass genug, als Unternehmer in den Anzug zu schlüpfen. Mehr als 200  Gäste waren seiner Einladung gefolgt. Die Templiner Forsttechnikfirma muss ordentlich etwas vorzuweisen haben.

Man sei froh, vor Ort einen zuverlässigen Partner zu haben, dessen Mitarbeiter jederzeit einsatzbereit sind, versicherten Templins Stadtförster Christian Hierdeis und Forstserviceunternehmer Andreas Stabenow. Er genieße es, Forstmaschinen direkt vor Ort beziehen zu können und einen kompetenten Ansprechpartner für Instandhaltung und Wartung ganz in der Nähe zu wissen. Hier fühle er sich gut aufgehoben.

Auf der Hausmesse konnte Martin Soergel als Partner des finnischen Herstellers Ponsse in Ostdeutschland modernste Harvester und Forwarder (Rücketechnik) sowie Zubehör präsentieren, die sonst nur im Wald zu sehen sind.

Dabei hatte der Templiner Unternehmer bei seinem Start in die Selbstständigkeit am 1. April 1997 „mit fast weniger als nichts“ angefangen, wie der Firmenchef selbst sagt. Die Familie half, und Martin Soergel fuhr mit einem Bully, einem alten VW-Werkstattwagen, zu seinen ersten Kunden und reparierte Forsttechnik. Schon damals bewährte es sich, einen guten Draht zu Partnern in der Region zu haben. „Unterstützt wurde ich in der ersten Zeit von der Firma Eberwein aus Hardenbeck, die mir mit Hydraulikkomponenten und Werkstatt half“, berichtete er. Ein Freund aus Meiningen besorgte dem Templiner Ersatzteile für LKT-Forstrückeschlepper.

Die erste Maschine, die Martin Soergel verkaufte, war ein Forsttraktor DFU  300. Schon früh hielt der Handwerksmeister jedoch nach einer Marke mit Alleinstellungsmerkmal Ausschau. 1998 konnte er als erster Ostdeutscher zwei Rückezüge des finnischen Herstellers Ponsse in Ostdeutschland platzieren und leistete damit Pionierarbeit für das skandinavische Familienunternehmen.

Bei Wind und Wetter im Wald im Einsatz

Viele Jahre legte Martin Soergel als Ein-Mann-Unternehmen die Basis dafür, expandieren zu können. Als er 2004/2005 eine größere Zahl Ponsse-Maschinen verkauft hatte, war die Zeit gekommen, den ersten Mitarbeiter einzustellen. Berthold Janke, heute 59 Jahre alt, hält seither zur Stange. Inzwischen sind drei Mechaniker hinzugekommen. Die Werkhalle im Gewerbegebiet Süd wurde gepachtet, dann gekauft. Schritt für Schritt investierte er in Sozialräume, zuletzt in einen Turmdrehkran. Zwei Mitarbeiterinnen unterstützen den Firmenchef heute im Büro. Auf alle Kollegen hält er große Stücke. Aber seinen „stahlharten Jungs“ im Wald gilt seine besondere Achtung. Denn die sind bei Wind und Wetter im Einsatz und reparieren hochmoderne Forsttechnik. Einen über 20  Tonnen schweren Harvester kann man eben nicht wegen jeder Kleinigkeit umsetzen und in die Werkstatt fahren. Die Arbeit sei trotz moderner Werkzeuge körperlich anstrengend, aber zugleich höchst anspruchsvoll. „Die Technik steckt voller Elektronik, das sind tolle Maschinen“, schwärmt Martin Soergel. „Ihr macht eine gute Arbeit, Jungs“, rief er seinen Mitarbeitern vor der versammelten Gästeschar zu. 

Unternehmen zeigt ein Herz für Kinder

Inzwischen betreut die Firma Forsttechnik Soergel zwischen 150 und 180 Maschinen dieser Marke in ganz Ostdeutschland. Oft sind die Männer mehrere Tage im Land unterwegs. Bei Havarien, so bestätigten es Kunden auf der Hausmesse, seien Kollegen und Ersatzteile oft binnen 24 Stunden vor Ort. „Es ist eine Kunst, die Arbeit so zu organisieren, dass wir bei den vielen geplanten Serviceeinsätzen immer noch kurzfristig reagieren können“, bestätigt Martin Soergel. Wenn Not am Mann ist, springt er gelegentlich selbst noch ein. Schließlich hat er das Handwerk von der Pike auf bei Meister Gerhard Foth aus Grunewald gelernt.

Den Firmenerfolg teilt der 52-jährige Templiner übrigens gern mit anderen. Seit Jahren unterstützt er unter anderem das DRK-Spielmobil und den Templiner Radsportverein. Die Mitstreiter vom Spielmobil sind in der ganzen Uckermark für die Kinder im Einsatz. Klaus Fermum vom Radsportverein hat schon Soergels Sohn trainiert. Statt Blumen hatte sich der Firmenchef Spenden zugunsten beider Vereine gewünscht. „Da sieht man, wofür das Geld gut ist“, sagt der Vater zweier bereits erwachsener Kinder. Am Ende der Hausmesse waren 700 Euro an Spenden allein schon für das DRK-Spielmobil zusammengekommen.