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Übergabe Bauprojekt
Endspurt beim Bau des neuen Q-Regio-Lagers

Mit der Einweihung des neuen Umschlagplatzes für Regionalprodukte vergrößert Pieter Wolters die Kapazität auf einen Schlag um das Zehnfache. Damit startet der Bandelower Unternehmer ein Projekt, das in ganz Brandenburg einmalig ist.

Q-Regio-Betriebsleiterin Nancy Draeger ist froh, mit dem neuen Lager der Handelskette bessere Arbeitsbedingungen zu erhalten.

Vor vier Jahren hat Pieter Wolters erste Pläne geschmiedet, das Warenlager seiner Q-Regio-Handelskette zu erweitern. Am Freitag wird der umtriebige Landwirt das neue Kommissionierungslager im Beisein von Behörden und Wirtschaftspartnern einweihen, bei denen er sich für die Unterstützung bedanken will. Denn ohne die rund 136 000 Euro aus EU-Mitteln des Leader-Programms hätte der Unternehmer sein 360 000 Euro teures Projekt nicht verwirklichen können, das in der Mark einmalig ist.

Der Endspurt von Firmen und Mitarbeitern ist in der neuen grünen Halle mitten im Dorf im vollen Gange. Monteure der Schönfelder Firma Ninnemann installieren ein Waschbecken. Jakob Wolters, Geschäftsführer des Milchviehbetriebes Wolters, schraubt mit Mitarbeiter Massimo Regale zusammen. Auf etwa einem Fünftel der 450 Quadratmeter großen Halle befindet sich die Kühlstrecke mit dem Käselager für die über 20 Sorten der „UckerKaas“-Bauernkäserei Bandelow. Gegenüber steht ein Riesengefrierschrank, der rund zwei Tonnen des in der Käserei produzierten „UckerEis“ aufnehmen kann. An der Stirnseite der von der Brüssower Montagefirma Geister & Partner errichteten Halle lagern Kartonagen, Kisten und Thermobehälter, in denen Regionalprodukte von rund 70 Partnern derQ-Regio-Handelskette versendet werden.

Als Pieter Wolters in den 1990er Jahren mit seiner Familie in Bandelow angekommen ist, hat der Landwirt bestimmt nicht geplant, auch als Händler aktiv zu werden. Doch er will mehr, als seine Milch nur verkaufen. Vor Ort veredelt würde sie mehr einbringen, wenn seine 2002 eröffnete Bauernkäserei viele Kunden erreicht, ist er sich sicher gewesen – und hat schließlich recht behalten. Da vor dem Problem der Vermarktung mit ihm auch andere Regionalproduzenten gestanden haben, entwickelt er vor zehn Jahren die Idee für die Handelskette Q-Regio, die mittlerweile mit 70 Partnern arbeitet.

Und es werden immer mehr, weiß Nancy Dräger, die rechte Hand des Geschäftsführers von Q-Regio. Jüngst erst sind UckerEi aus Zollchow und die Obstbrennerei Am Dreiecksee bei Warnitz hinzu gekommen, erzählt sie beim Packen einer Bestellung für den Q-Regio-Hofladen in Potsdam. Dräger hat bei Wolters Verkäuferin gelernt und kalkuliert und dirigiert heute die Warenströme. Sie freut sich auf die besseren Arbeitsbedingungen in der neuen Halle. Die zehnmal größere Fläche eröffnet zum Beispiel die Möglichkeit, regionale Bierbrauer einzubinden. Jetzt kann Bier in Mengen angenommen werden, die sich rechnen.

Ziel von Pieter Wolters ist es, so große Warenmengen umzusetzen, dass aus den verschiedenen Paletten Pakete zusammengestellt werden können, die  vielfältige Wünsche auf einmal berücksichtigen. Die ersten Gespräche laufen, beispielsweise mit Warnitzer Touristikern, um Vermietern und Gastronomen auf deren Bedürfnisse zugeschnittene Lieferungen vom Frühstücksei, Marmelade und Butter übers Frischfleisch bis hin zur Käseplatte alle Zutaten für eine Tagesverpflegung anzubieten.

Übrigens wurde die große Warenhalle dringend notwendig für den wachsenden Internethandel, lässt Pieter Wolters durchblicken. Nischenprodukte wie Lungenhaschee oder Fischsoljanka werden viel im Westen der Republik verlangt. Und in Deutschland lebende Kanadier lieben Cheese Curds, die jüngste „Uckerkaas“-Spezia-lität.